29,997260 – NeunundzwanzigKommaNeunNeunSiebenZweiSechsNull

Zeitleitung an: 16.07.17 14:32 Uhr – Starten wir eine kleine Reise in die Vergangenheit und zum Auslöser dieser Zeilen. Kurz vorm Radfahren muss ich dummerweise feststellen, dass meine Kopfhörer wohl ihren Dienst quittieren. Also geht es ohne los und ohne Musik auf den Ohren, wie sonst üblich. Knapp drei Stunden in der Natur lassen viel Zeit die Gedanken kreisen zu lassen, Nachzudenken und Abzuschalten. 29 Jahre und 364 Tage (oder auch Neunundzwanzig Komma Neun Neun Sieben Zwei Sechs Null Jahre ) bin ich hier zuhause, kenne die Wälder, Felder und Berge – so wie es eben in seiner Heimat ist. Das Ergebnis kommt nun – ich möchte diese Zeilen schreiben und Vergangenes festhalten und ein wenig in Erinnerungen schwelgen und eventuell auch Dinge für mich selbst abschließen. Das zweite Mal werden 1.21 Gigawatt benötigt und wir sind wieder in der Gegenwart. 16.07.17 17:54Uhr. Auf einem Bildschirm in meinem Zimmer flimmert Alf über das Bild die Taskleiste verrät die restlichen Tätigkeiten. Firefox, Spotify, Photoshop und Word. Das wird jetzt eine Art Inception, denn gerade wird die Geschichte geschrieben, wie die Geschichte geschrieben wird. Abgefahren. Aber wieso Alf? Es hätten auch Ein Colt für alle Fälle, Das A-Team, oder Die Turtles sein können. Alles Helden meiner Kindheit. Helden von früher und immer noch Helden meiner Gegenwart. Die aktuelle Spotify Playlist lässt auch Schlüsse auf meine nostalgische Art zu. Hier reihen sich Tracks von Eins Zwo, Fünf Sterne Deluxe und Blumentopf aneinander – alles Künstler von früher und Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend. Ich liebe diese Serien und Musik nach wie vor, denn ich verbinde sehr viel damit genauso wie Filme, die mich in dieser Zeit geprägt haben. Police Academy, Zurück in die Zukunft, die Olsenbande sind hier nur einige Beispiele. Doch wieso hole ich soweit aus? Ich weiß nicht, wann man nach gesellschaftlichen Gesichtspunkten „Erwachsen“ werden muss, aber anscheinend habe ich mich unterbewusst dagegen entschieden. In etwas weniger als 30 Jahren habe ich nun schon einige Geschichten und Erfahrungen machen dürfen und auch wenn man einige zum Zeitpunkt des Geschehens nicht als positiv wahrnimmt, dann bin ich jetzt doch etwas beruhigt, dass alles so gekommen ist. Cora E weiß das auch:

Es wäre nichts so wie es ist, wär‘ es damals nicht gewesen, wie es war.

Und wie oft mir diese Zeilen im Alltag durch den Kopf gehen. Die Summe aller Fehler und Entscheidungen sitzt nun hier und schaut auf 30 Jahre zurück. Da ware die Bande in der Grundschule, ich war natürlich der Anführer – siehe Hannibal Smith vom A-Team. Da war der Schelm auf dem Gymnasium, den wohl jeder Lehrer aufgrund der Dummheiten und Streiche gehasst haben muss – siehe Carey Mahoney aus Police Academy. Und dann das Studium mit viel Party und Pizza – Querverweis Turtles (ich bin natürlich Leonardo). Der Umzug in die eigene Wohnung – „Die Omi aus dem ersten Stock“ von Eins Zwo. Analogien die mich stets begleitet haben und mein Leben somit ein Stück weit bereichert haben.
Inzwischen ist man älter geworden, man steht fest im Berufsleben und man hat Hobbys und Leidenschaften für sich entdeckt, denen man neben dem Alltag nachgeht. Bei mir sind das die Fotografie und das Radfahren, aber das Kind und der kleine Junge sind immer mit dabei. Bestes Beispiel ist hier wohl der Sturz beim Marathon im Erzgebirge letztes Jahr – ich kann also immer noch nicht ohne Stützräder fahren. Dann gibt es diese Momente, wo ich meine Wachsmalstifte im

Photoshop auspacke und bei meinen Fotos das Gras rot male, weil ich darauf Lust habe und mir diese eigene Wirklichkeit viel besser gefällt. An Fantasie mangelt es mir wohl nicht. Ebenso konnte ich im letzten Jahr mein zwölfjähriges Ich kennenlernen, als ich unseren geliebten Kater Mylo begraben musste. So sehr kleines Kind war ich lange nicht mehr und ich habe wochenlang getrauert und geweint. Wenigstens muss er nun keine Angst mehr haben, dass Alf ihm ans Leder will. Ich ertappe mich im Alltag immer wieder beim Blödeln, Albern und Trollen von anderen Menschen. Vielleicht ist das aber auch einfach ein Weg mit Dingen umzugehen – sich und alles ums sich herum nicht zu ernst nehmen und auch mal wieder Kind sein, albern und Scherzchen machen. Natürlich wird das nicht jeder können und wollen, aber ein Stück weit bedauere ich diese Menschen, denn wer diese kindliche Leichtigkeit mal wieder spürt, der weiß wovon ich gerade rede und wie befreiend das sein kann.

Spätestens durch Dr. Emmett Brown wissen wir, dass das Verändern der Vergangenheit auch stets das Risiko birgt, die Gegenwart und Zukunft zu beeinflussen und das Raum-Zeit-Kontinuum verändert. Also schaue ich nicht zurück und frage mich: „Was wäre wenn? Wieso sind diese Dinge passiert? Und was hätte ich besser machen können?“ Denn wieso sollte ich das, was ich kenne und daher auch gerade schätze, aufs Spiel setzen, für etwas, das ungewiss ist und viel schlechter sein könnte, als die jetzige Gegenwart. (Falls dieser Satz Grammatik-Fehler beinhaltet, dann stammen die von dem Jungen aus der 2.Klasse)

All denjenigen, die meine letzten 30 Jahre geprägt und mitgestaltet haben, möchte ich daher mit diesem Text ein Stück weit danken. Ohne euch wäre ich nicht Ich. Gerne nehme ich euch auch weiterhin mit auf meine Reise – aber erwartet kein seriöses Erwachsen-werden von mir, sondern eher einen Tag voller Flausen und Schabernack – das kann ich nämlich am besten. Alles in Allem kann ich, glaube ich zumindest, einen Strich unter diese Rechnung machen und schreibe dennoch schwarze Zahlen in der Karma-Abrechnung.

Gerade überlege ich noch was ich in den nächsten letzten 4 Stunden machen könnte. Ich denke, ich werde den Abend auf Melmac verbringen oder ich schmiede den nächsten großen Plan, in der Hoffnung, dass er funktioniert. Wo ich es gerade sage – ich brauche noch Schuhcreme, denn mein Chef ist die Woche wieder zurück und Mahoney hat mich da auf eine Idee gebracht.

In diesem Sinne: Zeitleitung an: 17.07.17 7.25 Uhr – Zurück in die Zukunft

 

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